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Die Kunsttechnik Collage am Beispiel von Pola Brändle

Bei einer Collage oder Papiers collers (frz. coller = kleben) handelt es sich um ein sog. Klebebild, welches sich aus verschiedenen Materialien zusammen setzen kann. Um 1910 wurde diese Technik von avantgardistischen Künstlern in Paris kreiert. Vorreiter waren Picasso und Braque. Sie klebten bedruckte oder bemalte Papierstücke, Zeitungsausschnitte oder Zeichnungen auf verschiedene Bildträger und erreichten so einen räumlichen Effekt. Anstatt mit Farben zu arbeiten brachen sie mit der bis dahin gültigen Bildtradition durch die Verwendung von alten, gebrauchten und gewöhnlichen Materialien ohne Kunstbezug, die sie aus ihrem Kontext rissen und zu einem neuen Werk zusammensetzen.

Picasso arbeitete häufig mit Zeitungslettern, Braque schuf mit Tapetenstücken neue Hintergründe für seine Werke. Matisse entwickelte ab 1940 einen eigenen Collagetechnik, in dem er Aquarellpapier, welches er mit leuchtenden Farben bemalte und dann ausschnitt, zu Collagen verarbeitete.

Pola Brändle: Turn me on, 2008

Der italienischer Künstler Mimmo Rotella war der erste, der sich in den 1950 Jahren mit Plakatwänden als Collagematerial befasste. Er klebte Teile von verschiedenen Kinoplakaten auf Leinwand auf und schuf Decollagen, in dem er Stücke des obersten Plakates abschälte, so die unteren Schichten zum Vorschein brachte. So steht Vergangenes und Gegenwärtiges nebeneinander. Später brachte er die Plakate mit der Vorderseite auf die Bildträger auf und schuf so eine ganz neue Form dieses künstlerischen Prinzips.

Bei der Detailansicht zum Werk kann man die Verwitterungszeichen der Plakate erkennen. So entstehen neue Möglichkeiten der Kombination und Interpretation.Bei der Detailansicht zum Werk kann man die Verwitterungszeichen der Plakate erkennen. So entstehen neue Möglichkeiten der Kombination und Interpretation.

Mit Plakatwänden arbeitet auch Pola Brändle. Bei ihr entwickelte sich die Arbeit mit / an Collagen aus ihrer Leidenschaft für Fotografie heraus. Ab 2003 reiste sie in über 23 Länder, um dort Plakatwände zu fotografieren. Die Verwitterungszeichen durch Wind und Wetter faszinieren sie. In dem Moment, in dem sie das Foto macht, kann sie die Vergänglichkeit stoppen und festhalten. Dass Ergebnis ihrer Arbeit wurde 2011 als Buch mit dem Titel „Plakatief – A world in layers“ veröffentlicht.

Pola Brändle bei der Arbeit an einer Collage

Seit 2005 arbeitet sie auch selbst mit alten Plakaten, um Collagen bzw. Decollagen zu fertigen. Meist zerteilt sie die Werke in mehrere Fragmente, um einen Serie herzustellen und betont damit zusätzlich die Zerstörung des Plakates, welches schon durch Umwelteinflüsse Verwitterungszeichen zeigt. Da sie oft längere Zeit in einem Land verweilt, entstehen Serien wie die portugisische Serie von einem Aufenthalt in Lissabon geprägt oder die spanische Serie, seit sie Mitte 2011 nach Mallorca umsiedelte.

Autor: Ute Melchior

Mehr von und über Pola Brändle findet Ihr unterwww.startyourart.de/artist/PolaBrändle

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